Eine gute Verpackung ist die beste Versicherung für Ihr Paket. Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen Pakete beim Transport beschädigt – oft weil die Verpackung unzureichend war. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Sendung richtig verpacken, damit sie sicher am Ziel ankommt.
Das richtige Verpackungsmaterial wählen
Die Wahl des richtigen Materials ist der erste Schritt zu einer sicheren Verpackung:
- Kartons: Verwenden Sie stabile, doppelwandige Wellpappkartons für schwere Gegenstände (ab ca. 5 kg). Für leichtere Sendungen reicht einwandige Wellpappe. Der Karton sollte nur wenig größer als der Inhalt sein – zu viel Spielraum erhöht das Risiko von Transportschäden.
- Luftpolsterfolie: Ideal für zerbrechliche Gegenstände wie Glas, Keramik oder Elektronik. Wickeln Sie jeden Gegenstand einzeln ein und fixieren Sie die Folie mit Klebeband.
- Füllmaterial: Packpapier, Zeitungspapier, Styroporchips oder Luftpolsterkissen eignen sich zum Auffüllen von Hohlräumen. Der Inhalt darf sich beim Schütteln nicht bewegen.
- Packband: Verwenden Sie mindestens 50 mm breites Paketklebeband (PP- oder PVC-Band). Tesafilm oder Kreppband sind nicht ausreichend.
Schritt-für-Schritt: Paket richtig verpacken
- Karton prüfen – Verwenden Sie nur unbeschädigte Kartons. Knicke und durchnässte Stellen schwächen die Stabilität erheblich. Bei gebrauchten Kartons alle alten Etiketten entfernen.
- Boden verstärken – Kleben Sie den Boden des Kartons mit mindestens zwei Streifen Packband zu. Bei schweren Inhalten empfiehlt sich ein H-förmiges Klebeband-Muster am Boden.
- Erste Füllschicht – Legen Sie eine Schicht Füllmaterial auf den Boden des Kartons (ca. 3–5 cm).
- Ware einlegen – Platzieren Sie den Gegenstand mittig im Karton, möglichst nicht direkt an den Seitenwänden. Zerbrechliche Teile einzeln in Luftpolsterfolie wickeln.
- Hohlräume füllen – Füllen Sie alle Hohlräume mit Packpapier oder anderem Füllmaterial. Schütteln Sie den Karton – wenn sich nichts bewegt, ist die Polsterung ausreichend.
- Karton verschließen – Verschließen Sie den Karton mit breitem Packband. Kleben Sie alle Nähte ab und verwenden Sie das H-Muster auch oben.
Zerbrechliches richtig verpacken
Für zerbrechliche Gegenstände wie Glas, Porzellan oder Elektronik gelten besondere Regeln:
- Doppelt einwickeln: Wickeln Sie jeden zerbrechlichen Gegenstand in mindestens zwei Lagen Luftpolsterfolie ein. Die Noppen zeigen nach innen zum Gegenstand.
- Zwischenräume füllen: Zwischen mehreren zerbrechlichen Gegenständen muss immer eine Trennschicht aus Karton oder Polstermaterial liegen.
- Karton-in-Karton-Methode: Für besonders empfindliche Ware verwenden Sie zwei Kartons. Der innere Karton mit dem Gegenstand wird allseitig mit Polstermaterial umgeben im äußeren Karton platziert.
- Mindestens 5 cm Abstand: Zwischen dem Gegenstand und jeder Kartonwand sollten mindestens 5 cm Polstermaterial liegen.
Flüssigkeiten sicher versenden
Flüssigkeiten dürfen in Deutschland grundsätzlich als Paket versendet werden, sofern sie nicht als Gefahrgut eingestuft sind. Beachten Sie folgende Regeln:
- Dicht verschlossen: Stellen Sie sicher, dass der Behälter absolut dicht ist. Sichern Sie den Verschluss zusätzlich mit Klebeband.
- Auslaufschutz: Verpacken Sie den Behälter in einem wasserdichten Beutel (z.B. Zip-Lock-Beutel). Falls der Behälter undicht wird, fängt der Beutel die Flüssigkeit auf.
- Aufrecht transportieren: Kennzeichnen Sie das Paket mit „Oben“-Pfeilen, damit es aufrecht transportiert wird.
- Saugfähiges Material: Legen Sie saugfähiges Material (z.B. Küchenpapier) um den Behälter, um im Notfall Flüssigkeit aufzufangen.
Maximalmaße der deutschen Paketdienste
Jeder Paketdienst hat eigene Grenzwerte für Gewicht und Maße. Überschreiten Sie diese, wird das Paket als Sperrgut behandelt oder gar nicht angenommen:
| Anbieter | Max. Gewicht | Max. Länge | Max. Gurtmaß |
|---|---|---|---|
| DHL | 31,5 kg | 120 cm | 360 cm |
| Hermes | 25 kg (L) / 31,5 kg (XL) | 120 cm | 250 cm |
| DPD | 31,5 kg | 175 cm | 300 cm |
| GLS | 40 kg | 200 cm | 300 cm |
| UPS | 70 kg | 274 cm | 400 cm |
Gurtmaß berechnen: Gurtmaß = Länge + 2 × Breite + 2 × Höhe. Beispiel: Ein Paket mit 60 × 40 × 30 cm hat ein Gurtmaß von 60 + 80 + 60 = 200 cm.
Verbotene Inhalte beim Paketversand
Folgende Gegenstände dürfen in Deutschland nicht per Paketdienst versendet werden:
- Gefahrgut: Explosivstoffe, entzündliche Gase und Flüssigkeiten, radioaktive Stoffe, ätzende Substanzen und giftige Materialien.
- Waffen und Munition: Schusswaffen, Munition und Sprengkörper sind grundsätzlich vom Paketversand ausgeschlossen.
- Lebende Tiere: Der Versand lebender Tiere per Paketdienst ist in Deutschland verboten.
- Verderbliche Lebensmittel: Leicht verderbliche Waren ohne geeignete Kühlung sind ausgeschlossen. Spezialanbieter bieten hierfür Lösungen mit Kühlboxen an.
- Bargeld und Wertpapiere: Bargeld, Schecks und Wertpapiere dürfen nicht als normales Paket versendet werden. Nutzen Sie hierfür den DHL-Wertbrief oder spezielle Wertversandlösungen.
- Lithium-Batterien: Einzelne Lithium-Batterien ohne Gerät unterliegen strengen Versandregeln. In Geräten eingebaute Batterien sind in der Regel erlaubt. Informieren Sie sich beim jeweiligen Paketdienst über die genauen Bestimmungen.
Tipps für den sicheren Versand
- Gewicht gleichmäßig verteilen: Schwere Gegenstände gehören in die Mitte und auf den Boden des Kartons.
- Nicht zu schwer packen: Nutzen Sie lieber zwei kleinere Pakete als ein übermäßig schweres. Das reduziert das Beschädigungsrisiko und ist oft günstiger.
- Inhaltsverzeichnis beilegen: Legen Sie eine Packliste in das Paket – das hilft bei Reklamationen und Zollkontrollen.
- Fotos machen: Fotografieren Sie den Inhalt und die Verpackung vor dem Verschließen. Bei Schäden haben Sie so einen Nachweis.
- Adresse auch innen: Legen Sie einen Zettel mit der Empfängeradresse in das Paket. Falls das äußere Etikett beschädigt wird, kann die Sendung trotzdem zugestellt werden.